Bostik: Bürokomplex „An den Brücken“, München
Die Zukunft ist grün. Nachhaltige Umweltbilanz auf ganzer Linie.

Großstadttempo und Dorf-Gemütlichkeit, italienische Lebensfreude und deutsche Zuverlässigkeit - das ist Münchens unnachahmliche kulturelle Mischung. Ergänzt durch landschaftliche Reize und eine boomende Wirtschaft entfaltet die bayerische Metropole eine ungebrochene Sogwirkung. Mitten in diesem dynamischen Umfeld wurden im Münchner Westend zwischen der Hacker- und der Donnersberger Brücke neue Büroflächen konzepiert. Auf 28.000 m² entstand in der Landsberger Straße der hochmoderne Bürokomplex "An den Brücken".
Dort residiert man nicht nur zentral, urban und gut erreichbar, sondern auch aufgrund des energetischen Konzepts des Gebäudes umweltbewusst: Die Bauweise von "An den Brücken" genügt Niedrigenergiehausstandards, Kühlung und Heizung erfolgen ausschließlich über Grundwassernutzung (Geothermie), Strom wird durch Photovoltaikanlagen erzeugt. Dachterrassen, begrünte Innenhöfe und der verglaste, dreistöckige Indoor-Garten runden das ökologisch-stilvolle Konzept ab. Der Einsatz zahlreicher technischer Innovationen, wie tageslichtabhängiger Beleuchtungssteuerung, sowie die Berücksichtigung baubiologischer Aspekte zeichnen die Immobilie hinsichtlich Betriebskosteneffizienz und Nutzungskomfort aus.

Die Zukunft ist grün. Optimal ausgestattet, maximal ökologisch.
Das Projekt wurde konsequent nach Green Building Vorgaben in der Landsberger Straße 78-100 realisiert. Das Amerikanische Gütesiegel LEED® (Leadership in Energy and Environmental Design) ist mit unter das am internationalen Markt etablierteste Zertifikat.
Es beherrscht vorrangig den amerikanischen aber auch in jüngster Zeit zunehmend den deutschen Markt. Entwickelt wurde es vom U.S. Green Building Council (USGBC) in den USA. Anders als das Deutsche Gütesiegel für Nachhaltiges Bauen (DGNB) besteht es bereits seit über 10 Jahren.
Das Büroensemble mit hochwertig ausgebauter Mietfläche, Skylounge mit aufwendig gestalteten Parkettböden und einer Tiefgarage mit ca. 270 Stellplätzen wurde im März 2010 auf ca. 1.300 m2 mit Parkett verlegt, eingerichtet und umgehend im April an die Mieter übergeben. Aufgrund des erfüllten Bewertungsprofils aus einem nachhaltigen Mix von geringster Belastung für Mensch und Umwelt, Einsparung von Ressourcen durch Nutzung regenerativen Energien, der sorgsamen Auswahl von Baumaterialien und Baustoffen wird der Gebäudekomplex voraussichtlich nach LEED GOLD zertifiziert.

Sorgsame Auswahl von sehr emissionsarmen Verlegewerkstoffen
Zur positiven Bewertung von Baumaterialien und -stoffen hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe zum Schutze von Mensch und Umwelt griff man auf nach GEV-Emicode EC1R sehr emissionsarme, nach TRGS 610 lösemittelfreie sowie geruchsneutrale Parkettklebstoffe und Dichtstoffe aus dem Hause Bostik zurück.
Dabei entspricht der elastische SMP-Klebstoff Bostik PK Elastic der für silanmodifizierte Polymere neu geschaffenen GISCODE Klasse RS 10 des Gefahrstoff- Informations-System der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, Frankfurt am Main. Der „ökologische Alleskönner“ ist somit Ersatzstoff für stark lösemittelhaltige Parkettklebstoffe, bei deren Verarbeitung die Arbeitsplatzgrenzwerte überschritten werden (Produkte mit GISCODE S 1 - S 6).
Der Untergrund musste gemäss der DIN 18356 „Parkettarbeiten“ für die Aufnahme von Parkett geeignet sein, dass heißt der Untergrund muss eben, dauertrocken, sauber, rissefrei, zug- und druckfest sowie windungs- und schwingungsfrei sein. Der vorhandene Calciumsulfatfließestrich wurde ausgebaut, da keine Oberflächenfestigkeit für Parkett bestand und durch Doppelboden ersetzt.

Parkettflächen aus nachhaltiger Forstwirtschaft.
Die Doppelböden wurden geschliffen, um vorhandene Trennschichten zu entfernen. Anschließend saugte man die Flächen mit einem leistungsfähigen Industriestaubsauger gründlich ab.
Für den nachfolgenden Aufbau achtete nach besonders darauf, dass der Untergrund in der Ebenflächigkeit für eine nachfolgende Parkettverlegung geeignet war. Nach entsprechender Untergrundvorbereitung, wurde zur Spannungsentkopplung das Renoviervlies Bostik Renofleece mit dem Klebstoff Nibofloor PK Elastic unter Verwendung der Zahnform B 2 eingebracht. Dabei musste das Armierungsvlies Stoß an Stoß verlegt werden, wobei auf eine ausreichende Benetzung der Vliesrückseite zu achten war. Weiterhin musste der Klebstoffübertrag auf der Rückseite regelmäßig überprüft und die eingesetzte Zahnung (TKB) nach Abnutzung rechtzeitig gewechselt werden.
Nach einer Trockenzeit dieser Verklebung von 24 Stunden konnten Massivdielen 15 mm 1200 x 130 mm, Europäische Eiche aus nachhaltiger Forstwirtschaft (geölt mit Transparent Öl Giscode Ö10, Teilfläche Oberfläche geräuchert), mit dem sehr emissionsarmen Parkettklebstoff Nibofloor PK Elastic unter Verwendung der Zahnform B 5 – B 11 verklebt werden. Dehnungsfugen im Boden und Revisionsschächten wurden mit dem siliconfreien Hybrid-Dichtstoff Bostik Profi-Seal SMP ausgebildet.
Abschließend wurde das werksseitig geölte Parkett in mehreren Arbeitsgängen mit Aqua Satin Polish von Berger-Seidle eingepflegt.
Der Verlegebetrieb
Das Unternehmen Bodenleger Service, Germering kann auf zwei Generationen des Bodenlegerhandwerks zurückblicken. Im März 1974 in Kroatien gegründet, übernahm Schwiegersohn Darko Petrovic am 01.09.2004 in Deutschland die Geschäftsführung. Der Bodenleger Service Petrovic, greift dabei auf 6 Subunternehmen mit insgesamt 25 Parkett- und Bodenlegern zurück.
Das Unternehmen hat sich auf öffentliche Aufträge und individuelle private Kundenwünsche spezialisiert, wobei das Hauptbetätigungsfeld im Objektgeschäft Parkett zu finden ist.
Objektfakten
Auftraggeber
IVG Development München - Objekt Landsberger Straße GmbH
Projektmanagement
Drees + Sommer Projektmanagement und bautechnische Beratung GmbH
Architektur
Weickenmeier, Kunz + Partner, München
Design Office for Interior Design Architecture, Andrè Behncke
Werkstoffkontrolle
Dr. Michael Rieß, BIU Büro für integrierten Umweltschutz
Mieter
FTI Touristik GmbH
Umfang (Parkettarbeiten)
Geschäftsführerebene 3. OG, Skylounge 5. OG, 1.300 m²
Parkettbelag
Europäische Eiche aus nachhaltiger Forstwirtschaft
Massivdielen 15 mm 1200 x 130 mm, 4-seitig gefast
Geölt mit Transparent Öl Giscode Ö10, Teilfläche Oberfläche geräuchert
Anbieter
schuma int. bv
Verlegewerkstoffe
Bostik Nibolay Renofleece - Armierungsvlies zur Spannungsentkopplung
Bostik Nibofloor PK Elastic - Elastischer SMP-Parkettklebstoff EC1R
Bostik PK Profi-Seal SMP - Siliconfreier SMP-Hybrid-Dichtstoff
Anbieter
Bostik GmbH, Borgholzhausen
Fachberater Verlegewerkstoffe
Ottmar Krämer, Bostik GmbH
Werkstoffe Versiegelung
Aqua Satin Polish – Wasserbasiertes Reinigungs- und Pflegemittel
Anbieter
Berger-Seidle GmbH, Grünstadt
Verarbeiter
Bodenleger Service, Darko Petrovic, Germering
Bildquelle
Copyright Rakete GmbH, Darko Petrovic
Gütesiegel LEED®
Das Amerikanische Gütesiegel LEED® (Leadership in Energy and Environmental Design) ist mitunter das am internationalen Markt etablierteste Zertifikat. Es beherrscht vorrangig den amerikanischen aber auch in jüngster Zeit zunehmend den deutschen Markt. Entwickelt wurde es vom U.S. Green Building Council (USGBC) in den USA. Anders als das Deutsche Gütesiegel für Nachhaltiges Bauen (DGNB) besteht es bereits seit über 10 Jahren. Vor kurzem hat eine dritte überarbeitete Version 2009 bzw. 3.0 den Markt erreicht, die sich vom Anforderungs- und Bewertungsprofil her stark von ihren Vorgängerversionen unterscheidet. Seit Juni 2009 ist es Bauherren nicht mehr möglich ältere Versionen für ihr Bauvorhaben in Anspruch zu nehmen. Vergeben wird dieses Zertifikat in den Schauprägungen Certified, Silver, Gold und Platinum.
Arten
Die USGBC bietet für verschiedene Projektanforderungen ein maßgeschneidertes Zertifikat an. So kann beispielsweise nach der Gebäudenutzungsart oder der Projektart (z.B. Neubau oder Generalsanierung) unterschieden werden. Diese Unterscheidungsmerkmale sind in den jeweiligen Guidelines bzw. Regelwerken explizit erfasst und bestimmen letztlich welche Zertifikatsart für das jeweilige Projekt angewandt werden kann.
Themenschwerpunkte
Das Internationale Zertifizierungsverfahren LEED basiert auf ein Checklistensystem, welches im Regelfall 6 Themenfelder behandelt. Jedes Themenfeld besitzt, abhängig von der Zertifizierungsart und -version, unterschiedlich viele Kriterien, die es zu bewerten gilt.
Sustainable Sites / Nachhaltige Baugelände
Bewertung der Belastung von Mensch, Umwelt und Grundstück durch den Bauprozess sowie durch das Gebäude selbst.
Water Efficiency / Wassereinsparung
Bewertung des gebäudespezifischen Medienverbrauches „Wasser“.
Energy & Atmosphere / Energie und Atmosphäre
Bewertung des gebäudespezifischen Energieverbrauches, des nachhaltigen Umgangs bzw. Managements mit der Ressource „Strom“, des zur Klimatisierung verwendeten Kältemittels und des Umfangs der Nutzung von regenerativen Energien.
Materials & Resources / Materialien und Ressourcen
Beurteilung der verwendeten Baumaterialien und -stoffe, ihres Bezugsortes, ihres Recyclinganteiles, ihres Wiederverwertungsgrades und der Bedienung aus einer nachhaltigen Forstwirtschaft zum Schutze von Mensch und Umwelt.
Indoor Environmental Quality / Komfort und Raumqualität
Bewertung von Baumaterialien und -stoffen hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe zum Schutze von Mensch und Umwelt; Bewertung des Umgangs mit Tabakrauch im Betrieb, der Frischluftzufuhr und der Schutzmaßnahmen von Baustoffen und lüftungstechnischen Anlagenkomponenten
Innovation & Design Process / Innovationen & Planungsprozess
Bewertung von Innovationen und Neuheiten im Projekt, die dem Gedanken der zuvor behandelten Themenfelder nachkommen, sowie der Implementierung eines ausgebildeten LEED-Spezialisten bzw. LEED Accredited Professional (kein Zwang, aber hinsichtlich Punktevergabe und Umsetzung empfehlenswert).